ThurWeb: Dateien, FTP-Zugänge und Datenbanken

Website ist eingerichtet, Domain zeigt richtig, Zertifikat ist da — jetzt kommen die Inhalte. Dieser Artikel behandelt das tägliche Handwerkszeug: wie Dateien auf den Server gelangen, was ein FTP-Zugang ist und wozu Sie mehrere davon anlegen, und wie Sie Datenbanken einrichten und mit ihnen arbeiten.

Inhalt

Zwei Wege, Dateien hochzuladen
Der Dateimanager
Was ein FTP-Zugang ist
Einen FTP-Zugang anlegen
Mit einem FTP-Programm verbinden
Passwort ändern, Zugang entfernen
Wozu eine Datenbank
Eine Datenbank anlegen
Einen Datenbankbenutzer anlegen
Mit phpMyAdmin arbeiten
Die PHP-Version wählen
Wenn etwas nicht klappt

Zwei Wege, Dateien hochzuladen

Ihre Website besteht aus Dateien, die im richtigen Verzeichnis liegen müssen — in der Regel unter public_html/ihrefirma.ch/. Dorthin gelangen sie auf zwei Wegen, die beide ihre Berechtigung haben.

WegGut fürWeniger gut für
Dateimanager im Browser Schnelle Eingriffe, einzelne Dateien, eine Zeile in einer Einstellungsdatei ändern. Braucht kein zusätzliches Programm und ist einen Knopfdruck vom Kontrollzentrum entfernt. Viele Dateien auf einmal, grosse Uploads, regelmässiges Arbeiten.
FTP-Programm Ganze Websites übertragen, Hunderte Dateien, wiederkehrende Arbeit, Zusammenarbeit mit einer Agentur. Den schnellen Blick zwischendurch — dafür ist die Einrichtung zu umständlich.

Der Dateimanager

Am schnellsten öffnen Sie ihn im Kontrollzentrum: im Reiter Domains steht rechts oben der Knopf Dateimanager. Er bringt Sie unmittelbar hinein, ohne Umweg über die Panel-Navigation. (Wer lieber selbst navigiert, findet ihn im Panel unter Server-Dienstprogramme → Dateimanager.)

Er zeigt Ihr Heimverzeichnis mit allem, was darin liegt.

Der Dateimanager im Panel mit Verzeichnisbaum und Dateiliste

Sie können damit Dateien hochladen, herunterladen, umbenennen, verschieben, löschen und — besonders praktisch — direkt bearbeiten. Eine Textdatei öffnet sich in einem Editor im Browser, was für kleine Korrekturen schneller ist als der Umweg über Herunterladen und Wiederhochladen.

Achten Sie auf das Verzeichnis. Der Dateimanager öffnet in /home/ihrkonto. Ihre Website liegt aber eine Ebene tiefer, in public_html/ beziehungsweise public_html/ihrefirma.ch/. Was Sie versehentlich daneben ablegen, ist gespeichert, aber im Web nicht erreichbar.

Was ein FTP-Zugang ist

FTP ist ein Verfahren, mit dem ein Programm auf Ihrem Rechner Dateien direkt auf den Server überträgt — so, als wäre der Server ein weiteres Laufwerk.

Ein FTP-Zugang ist ein Schlüssel dafür: ein Benutzername mit Passwort, der Zugriff auf ein bestimmtes Verzeichnis erlaubt. Und genau darin liegt sein Nutzen — ein Zugang muss nicht das ganze Konto öffnen.

Deshalb lohnt es sich, mehrere anzulegen:

  • Ihr eigener Zugang mit Zugriff auf alles
  • Ein Zugang für die Webagentur, beschränkt auf die eine Website, die sie betreut — sie kommt dann nicht an Ihre übrigen Domains heran
  • Ein Zugang für ein Programm, das Sicherungen ablegt, beschränkt auf dessen Verzeichnis

Endet die Zusammenarbeit, entfernen Sie den einen Zugang — Ihre übrigen bleiben unberührt. Das ist erheblich sauberer, als ein gemeinsames Passwort weiterzugeben und später überall ändern zu müssen.

Der Server für die Verbindung ist immer panel.thurdata.ch. Diesen Namen tragen Sie in Ihrem FTP-Programm ein, nicht Ihre eigene Domain.

Einen FTP-Zugang anlegen

Öffnen Sie im Kontrollzentrum den Reiter FTP-Accounts und wählen Sie rechts oben FTP-Account hinzufügen.

Der Dialog zum Anlegen eines FTP-Zugangs mit Benutzername, Domain, Passwort und Pfad

FeldWas hineingehört
Benutzername Ein Name Ihrer Wahl, etwa agentur. Buchstaben, Zahlen, Unterstriche und Bindestriche. Der vollständige Name bekommt später Ihre Domain angehängt — aus agentur wird agentur_ihrefirma.ch. Diesen vollständigen Namen brauchen Sie zum Anmelden, nicht den kurzen.
Domain Zu welcher Ihrer Domains der Zugang gehört.
Passwort Mindestens acht Zeichen, ein Grossbuchstabe, eine Ziffer, ein Sonderzeichen.
Pfad Das Verzeichnis, auf das der Zugang beschränkt sein soll — etwa public_html/ihrefirma.ch. Der Zugang sieht dann nur dieses Verzeichnis und alles darunter.
Notieren Sie sich das Passwort. Es wird nach dem Anlegen nicht mehr angezeigt. Ändern lässt es sich später jederzeit, aber ansehen können Sie es nicht mehr.

Mit einem FTP-Programm verbinden

Verbreitete Programme sind FileZilla, WinSCP oder Cyberduck — alle kostenlos. Die Angaben, die Sie eintragen:

Serverpanel.thurdata.ch
Benutzernameder vollständige Name, etwa agentur_ihrefirma.ch
Passwortdas beim Anlegen vergebene
Port21, meist die Vorgabe

Wählen Sie in Ihrem Programm eine verschlüsselte Verbindung, oft bezeichnet als FTP über TLS oder Explizites FTPS. Ohne Verschlüsselung gehen Benutzername und Passwort im Klartext durchs Netz.

Nach dem Verbinden sehen Sie das Verzeichnis, auf das der Zugang beschränkt ist. Dateien überträgt man meist durch Ziehen von einer Seite zur anderen.

Passwort ändern, Zugang entfernen

In der Liste Ihrer FTP-Zugänge stehen rechts zwei Symbole.

Die Liste der FTP-Zugänge mit den Aktionen Passwort ändern und Löschen

Das Schlüsselsymbol setzt ein neues Passwort. Das ist der übliche Weg, wenn ein Passwort in falsche Hände geraten sein könnte oder eine Zusammenarbeit endet und Sie den Zugang behalten, aber absichern wollen.

Das Papierkorbsymbol entfernt den Zugang.

Ihre Dateien bleiben dabei erhalten. Ein FTP-Zugang ist nur ein Schlüssel — wird er entfernt, verschwindet der Zugang, nicht das Verzeichnis. Ihre Website läuft unverändert weiter.

Wozu eine Datenbank

Eine einfache Website aus HTML-Dateien braucht keine Datenbank. Sobald aber Inhalte verwaltet werden — Beiträge, Seiten, Benutzer, Bestellungen — kommt eine ins Spiel. WordPress, Joomla, TYPO3, Shopsysteme: alle brauchen eine.

Der Grund ist ihre Fähigkeit, gezielt zu suchen und zu sortieren. „Alle Beiträge der Kategorie Aktuelles, neueste zuerst, davon die ersten zehn" ist für eine Datenbank eine einzige Frage. Ein Programm, das dasselbe mit Dateien täte, müsste jede einzelne öffnen und ansehen.

Bei einer WordPress-Website liegen die Programmdateien und Ihre Bilder als Dateien auf dem Server — Ihre Texte, Seiten, Kommentare und Einstellungen dagegen in der Datenbank. Beides gehört zusammen: eine Sicherung, die nur eines von beiden umfasst, lässt sich nicht zurückspielen.

Eine Datenbank anlegen

Öffnen Sie im Kontrollzentrum den Reiter Datenbanken und wählen Sie Datenbank erstellen.

Der Dialog zum Anlegen einer Datenbank

Sie vergeben nur einen kurzen Namen, etwa shop. Ihr Kontoname kommt automatisch davor — die Datenbank heisst dann ihrkonto_shop. Diesen vollständigen Namen tragen Sie später in Ihrer Anwendung ein.

Einen Datenbankbenutzer anlegen

Eine Datenbank allein genügt nicht — es braucht einen Benutzer, der darauf zugreifen darf. Das sind zwei getrennte Dinge, und das verwirrt anfangs oft.

Die Datenbank Der Behälter, in dem die Daten liegen.
Der Benutzer Der Schlüssel dazu. Er wird getrennt angelegt und der Datenbank dann zugewiesen.

Legen Sie den Benutzer über Benutzer erstellen an — auch hier kommt Ihr Kontoname automatisch davor. Weisen Sie ihn danach über Benutzer hinzufügen in der Zeile Ihrer Datenbank zu.

Für die Installation Ihrer Anwendung brauchen Sie am Ende vier Angaben:

Datenbankserverlocalhost
Datenbanknameihrkonto_shop
Benutzernameihrkonto_shopuser
Passwortdas beim Anlegen vergebene
localhost bedeutet: derselbe Server. Ihre Anwendung läuft auf demselben Rechner wie die Datenbank, deshalb ist das die richtige Angabe. Tragen Sie hier nicht Ihre Domain ein — von aussen ist die Datenbank aus Sicherheitsgründen nicht erreichbar.

Mit phpMyAdmin arbeiten

Das Kontrollzentrum legt Datenbanken an; ihren Inhalt bearbeiten Sie mit phpMyAdmin. Der Knopf dazu steht im Reiter Datenbanken rechts oben und öffnet es unmittelbar.

Der Reiter Datenbanken mit der Liste der Datenbanken und dem Knopf phpMyAdmin

Im Alltag brauchen Sie es für zwei Dinge:

Sichern. Datenbank links auswählen, Reiter Exportieren, Vorgabe bestätigen — Sie erhalten eine Datei, die den gesamten Inhalt enthält. Machen Sie das vor jedem grösseren Eingriff.

Zurückspielen. Reiter Importieren, Datei auswählen, bestätigen. So kommt eine Website von einem anderen Anbieter herüber oder eine Sicherung zurück.

Beim Importieren gilt die Upload-Grenze. Grosse Sicherungen scheitern gelegentlich, weil PHP die Sendung begrenzt. Die Werte erhöhen Sie im Kontrollzentrum im Reiter PHP; welche und warum, steht im Artikel Einführung und erste Schritte. Beachten Sie dabei besonders post_max_size — dieser Wert ist in der Vorgabe kleiner als upload_max_filesize und damit der eigentliche Engpass.

Ändern Sie in phpMyAdmin nur Daten, deren Bedeutung Sie kennen. Eine falsch geänderte Zeile kann eine Website unbrauchbar machen, und rückgängig machen lässt sich das nur aus einer Sicherung.

Die PHP-Version wählen

Anwendungen setzen unterschiedliche PHP-Versionen voraus. Ältere laufen mit neuem PHP manchmal nicht mehr, neue verlangen umgekehrt eine Mindestversion.

Sie stellen das im Kontrollzentrum im Reiter PHP ein — je Domain getrennt. Wählen Sie oben die Domain aus, dann erscheint die verwendete Fassung und eine Liste zum Umstellen. Eine ältere Anwendung kann also auf PHP 7.4 laufen, während Ihre Hauptseite 8.2 nutzt.

Die Ortsauswahl im Reiter PHP und darunter die PHP-Fassung der gewählten Domain

Verfügbar sind 5.6, 7.4, 8.1, 8.2 (Vorgabe), 8.3 und 8.4. Die Umstellung wirkt sofort, ein Neustart ist nicht nötig.

Neuer ist meist besser — aber testen Sie es. Neuere Versionen sind schneller und werden mit Sicherheitskorrekturen versorgt; alte Versionen wie 5.6 bekommen seit Jahren keine mehr und sollten nur laufen, wenn es nicht anders geht. Stellen Sie um, sehen Sie sich die Website an, und stellen Sie zurück, falls etwas nicht mehr funktioniert.

Wenn etwas nicht klappt

Sie sehen …… und das ist die Ursache
Die hochgeladene Datei erscheint nicht im Browser Sie liegt vermutlich neben public_html statt darin — oder im Verzeichnis der falschen Domain.
Das FTP-Programm meldet Anmeldung fehlgeschlagen Meist der Benutzername: nötig ist der vollständige mit Domain-Anhang, etwa agentur_ihrefirma.ch.
Der Upload bricht bei grossen Dateien ab post_max_size oder upload_max_filesize im Reiter PHP erhöhen. Der kleinere der beiden Werte entscheidet.
Die Anwendung meldet Fehler beim Verbinden zur Datenbank Eine der vier Angaben stimmt nicht. Prüfen Sie besonders, ob Datenbank- und Benutzername den Kontonamen als Präfix tragen und ob der Benutzer der Datenbank zugewiesen ist.
Eine weisse Seite ohne jede Meldung Meist ein PHP-Fehler bei abgeschalteter Anzeige. Schalten Sie display_errors im Reiter PHP kurz ein, sehen Sie sich die Meldung an, und schalten Sie es wieder aus.
Nach einem Umzug fehlen Bilder oder Formatierungen In der Datenbank stehen noch die alten Adressen. Solche Verweise lassen sich mit einer Suchen-und-Ersetzen-Erweiterung anpassen.

Kommen Sie nicht weiter, öffnen Sie ein Ticket im Kundenbereich. Nennen Sie die Domain, was Sie versucht haben und die genaue Fehlermeldung — je genauer, desto schneller ist die Ursache gefunden.

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